Oman: Ein Juwel im Golf - prachtvoll, heiter und gelassen
Mittwoch, Mai 23rd, 2007
Oman, mit einer der ältesten Zivilisationen auf der arabischen Halbinsel, hat geschichtlich viel zu bieten. Man sagt, dass nach der Eiszeit ungefähr 12.000 v.Chr. hier der Anfang der Menschheit war. Zahlreiche faszinierende Entdeckungen wurden über die Vorislamische Periode mit archäologischen Funden aus dem dritten Jahrtausend v. Chr. gemacht, die definitiv eine Verbindung zu Mesopotamien, der Wiege der Zivilisation, herstellen.
Seit der Machtübernahme durch Sultan Qaboos bin Said im Jahr 1970 wurde das Land aus seinem Dornröschenschlaf erweckt und wandelte sich zu einem modernen, fortschrittlichen Land mit architektonisch interessanten Gebäuden, erstklassigem Straßennetz, ausgezeichnetem Schulwesen, diversen Universitäten, einem gut funktionieren Gesundheitswesen und luxuriösen Hotels. Unter dem Zepter des Sultans wurde Oman ein gut organisierter, sicherer und vorausdenkender Staat, und es ist kein Wunder, dass die Omanis sehr stolz auf ihr Land sind und es mit der Schweiz in puncto Sauberkeit und Umweltfreundlichkeit vergleichen. Es verging lange Zeit bis das Land bereit war, seine Türen für den Tourismus zu öffnen. Heutzutage ist der Oman ein sehr beliebtes Reiseziel und die Regierung setzt alles daran, diesen lukrativen Markt noch weiter auszubauen.
Das Land selbst bietet eine Vielzahl an Naturschönheiten mit Bergketten, sanften Tälern, orangefarbenen Sanddünen, Oasen, weiten Wüsten und endlosen goldenen Sandstränden am Golf von Oman. Die vielseitige und reizvolle Landschaft vermittelt dem Besucher den Eindruck eines Landes von “Milch und Honig.“
Vom Flughafen Seeb International in die Hauptstadt Muscat sind die Straßen zu beiden Seiten mit majestätischen Bäumen, tropischen Pflanzen, farbenfrohen Blumen und den spezifischen Keramiken, welche die Symbole des nationalen Erbes darstellen, gesäumt. Man findet z.B. Abbildungen des weißen arabischen Oryx, Militärembleme und die traditionelle Kaffeekanne mit der langen Tülle.
Muscat ist ein Vorzeigebeispiel intelligenter und einfallsreicher Planung, wobei das Antike mit der Moderne sehr erfolgreich harmoniert. Über hunderte von Jahren war Muscat eine von Mauern umgebene Stadt und wurde später durch einen Graben aus Stein ersetzt, bekannt als Al-Hosn, was Befestigung heißt. Teile der ursprünglichen Mauer sind noch erhalten und liegen neben den drei Haupteingangstoren zur Stadt, bekannt als das große Tor, das kleine Tor und Bab al Matha’eeb. Die Stadt hat zahlreiche attraktiv angelegte öffentliche Gärten und feine Strände. Die Bekanntesten sind Yeti, Qurum und Bandar Al-Jissah.
Interessante Sehenswürdigkeiten sind der Uhrenturm Platz, die Sultan Qaboos Große Moschee, der Muttrah Soukh und die Festungen Al-Jalali und Al-Marani, die neben dem imposanten Königlichen Palais, Al Alam, liegen. Al Alam ist ein beeindruckendes Gebäude, ganz speziell aber nachts, wenn es in vollem Glanz erstrahlt.
Es gibt viele hochkarätige Hotels in Muscat, aber das beeindruckendste ist zweifelsohne das Al Bhustan Palace, was ursprünglich 1985 für die Austragung des Arabischen Golfstaaten Gipfels gebaut wurde. Es liegt vor einer dramatischen Bergkulisse in einer ausgedehnten Parklandschaft mit wunderschön angelegten Gärten und einem atemberaubenden Blick auf das Meer. Beim Betreten des Hotels mit seinem überwältigenden Atrium denkt man an einen Palast aus 1001 Nacht. Die luxuriös ausgestatteten Zimmer und Suiten, alle mit privatem Balkon, sind mit reichem islamischen Dekor versehen, und der phantasievoll angelegte Pool mit der verschwenderisch konzipierten Sonnenterrasse, das Fitness Center mit Sauna, Whirlpool und Massage Angeboten, sowie die beleuchteten Tennisplätze lassen keine Wünsche offen. Wassersportaktivitäten beinhalten Windsurfing, Segeln, Schnorcheln und Tauchen.
Es gibt sowohl eine Auswahl an Restaurants, die jedem Geschmack gerecht werden, als auch einen Bankettsaal und Konferenzräume mit einem wunderbaren Auditorium, das für Theatervorführungen und Konzerte genutzt wird. Das Al Bhustan Palace ist eines der zwei Hotels im Sultanat, das von der renommierten Inter-Continental Gruppe geführt wird.
Drei Stunden von Muscat entfernt liegt Nizwa, eine der florierenden Städte im Innern des Landes. Das Zentrum, inklusive Teile des alten Soukhs, einer der wichtigsten neben Muttrah, wurde wieder aufgebaut. Erstaunliche Auslagen von Gold-und Silberwaren, Armbändern, Ohrringen, Haarschmuck und andere von Hand gefertigte Gegenstände sind hier zu finden. Am Freitag gleicht der Markt einem Wespennest. Horden von Verkäufern, beladen mit Datteln, frischen Früchten und Gemüse bieten ihre Waren an. Außerdem findet am Freitag eine Auktion für lebende Tiere wie Kühe, Ziegen, Schafe und Kamele statt. Hinter dem Eingang zum Soukh befindet sich das Haupttor zur imposanten Festung von Nizwa mit seinem interessanten runden Turm, der 24 m hoch ist und einen Durchmesser von 50 m hat.
Nur eine kurze Entfernung von Nizwa liegt Jabrin. Hier, im Herzen der Stadt gelegen, befindet sich ein sehenswerter Palast mit Deckenmalereien in vielen der Zimmer.
In der nord-östlichen Region von Shargiya liegt der antike Hafen und die Seefahrerstadt Sur, wo man noch heute beim Herstellen der einmaligen Dhau Fischerboote zusehen kann, so wie sie for Urzeiten gefertigt wurden. Sehenswert sind auch die Fischer, wenn sie mit ihrem Fang am frühen Morgen zurückkehren. Es überrascht sicher nicht, dass man glaubt, dass der legendäre Seefahrer Sindbad hier geboren wurde. In Sur gibt es ein Schiffahrtsmuseum, das sich mit der Geschichte des Schiffbaus befasst und durchaus sehenswert ist.
In der Nähe von Sur liegt Ras Al Hadd mit seinen berühmten Klippen, die die Küstenlinie begrenzen. Dieser Landschaftsstrich ist atemberaubend schön und bekannt durch seine Brutplätze für die großen Seeschildkröten, die ihre Eier in den Monaten Juni bis August am Strand ablegen.
Sohar, eine andere interessante Stadt, ist bekannt als das Tor zum Osten und einer der Hauptseehäfen von Oman. Ein neuer Hafen ist im Entstehen, der die größte Ölraffinerie im Sultanat haben wird. In vergangenen Zeiten war Sohar die wichtigste Handelsstadt und ist heute noch bekannt für ihre Kupferreserven. Archäologische Beweise belegen, dass hier bereits vor 5.000 Jahren Kupfer gefördert wurde. Heute sind noch drei Kupferminen in Betrieb mit einem Depot von über 18 Mio. Tonnen. Die Sehenswürdigkeit von Sohar ist das Schloss, umgeben von landschaftlich gestalteten, öffentlichen Parks. Die touristische Entwicklung wird vorangetrieben, und eine Anzahl erstklassige Hotels sind im Bau oder bereits fertiggestellt.
Eine andere interessante Region ist Dhofar, ungefähr 1.000 km von Muscat entfernt, mit Bergen, Wüsten und einem herrlichen Küstenstrich. Die Hauptstadt dieser fruchtbaren Region ist Salalah. Überraschend für den Besucher ist das grüne Hügelland mit Blumen im Überfluss, wo Bananen, Papayas, Mangos und Zitronen wachsen. Tamarindenbäume, Kokusnusspalmen, Weizen-und Hirsefelder und Zuckerrohrplantagen erstrecken sich entlang der goldenen Sandstrände. Das Vieh gedeiht prächtig, wird es doch im Winter mit Sardinen gefüttert, die an den Stränden in großer Menge zum Trocknen ausgelegt werden, sodass die Gegend oft nach frischen Sardinen riecht!
Salalah war der antike Handelsplatz für Weihrauch, und heutzutage wird die Essenz für die Herstellung von Amouage benutzt, eines der teuersten Parfums der Welt, welches durch das Vertriebszentrum in Muscat nur exklusiv bestimmten Abnehmern vorbehalten ist.
Oman, im Herzen des Nahen Ostens gelegen, ist wahrscheinlich eines der politisch stabilsten Länder in der ganzen Region, und unter der Führung von Sultan Qaboos wird es sich weiter zu einer noch bedeutenderen Touristenattraktion für anspruchsvolle Reisende entwickeln. Die Naturschönheiten des Landes sind wahrhaft spektakulär, und gemischt mit der Wärme, dem Charme und der Höflichkeit der Omanis kann man sicher sein, dass eine Reise in dieses außergewöhnliche Land eine unvergessene Erfahrung sein wird!
Übersetzung:
Ursula Geike-Garson