Saudi-Arabien: Kooperation mit Hochschule Bremen
Sonntag, März 9th, 2008
Die Zeichen stehen auf Aufschwung in Saudi-Arabien. Milliarden werden in den Ausbau und die Entwicklung des Landes investiert. Dass die Investition der vielen Ölmilliarden in Infrastruktur und Bauprojekte für eine nachhaltige Entwicklung allein nicht reicht, weiß man auch in Saudi-Arabien.
Die Zukunft muss daher wissensbasiert sein. Das jüngst abgeschlossene Dritte Wirtschaftsforum von Riyadh, mit dem Titel „Für nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung“ und das unter anderem unter der Schirmherrschaft von König Abdullah stand, hat dies erneut unterstrichen.
Erste Schritte zur Umsetzung sind längst eingeleitet. Ein bemerkenswerter, vielleicht der bemerkenswerte Schritt in Deutschland, ist die vorgesehene Kooperation mit der Hochschule Bremen, die erste dieser Art in Deutschland. Bereits im Juli 2004 unterzeichnete die Hochschule Bremen mit der Industrie und Handelskammer von Riyadh ein Memorandum of Understanding. Der geplanten Kooperation kommt hohe Bedeutung zu, wie durch die Anwesenheit des damaligen Bundswirtschaftministers Wolfgang Clement und des saudischen Finanzministers Ibrahim al-Assaf unterstrichen wurde. Vorgesehen sind der Austausch von Dozenten, Studenten, Lehrplänen, Forschungsergebnissen.
Außerdem sollen gemeinsame Konferenzen stattfinden. Treibende Kräfte auf deutscher Seite sind Prof. Dieter Leuthold, Prodekan der Hochschule Bremen und Unterzeichner des Memorandum of Understanding
sowie der Ehrensenator der Hochschule, Dr .h.c. Horst Hinderlich. Für ein solides Projekt gilt: gut Ding will Weile haben. Bei der Umsetzung des Kooperationsvertrages wird nichts überstürzt. Soviel zeichnet sich schon jetzt ab: starten wird das Projekt mit Business Studies und einem binational besetzten Dozentenstab. Die Curricula sehen den Erwerb eines Certificate und eines Master Degree vor. Das Vorhaben verdeutlicht noch eine weitere Tendenz in der Entwicklung Saudi-Arabiens: die Stärkung des privaten Sektors.
Den ehrgeizigen Plänen der Bremer Hochschule ist viel Erfolg zu wünschen, setzen sie doch auch ein Zeichen innerhalb der deutschen Hochschullandschaft. Die wird nämlich kritisiert, zu wenig über die andesgrenzen zu schauen, nicht genug international vernetzt zu sein. Zudem darf man hoffen und vermuten, dass der gegenwärtige saudische Botschafter in Deutschland, Prof. Dr. med. Ossama bin Abdul Majed Shobokshi, an der Bremer Kooperation interessiert ist. Er kennt die Qualität der akademischen Ausbildung in Deutschland, hat er doch selbst dort, in Erlangen, studiert.
Von Rainer Schubert